
Kopfsache
Architektur genießen
Das Restaurant Rheingold in Mainz
Ein kreatives und originelles Zusammenspiel von Architektur, Materialien, Farben und Beleuchtung, das erwartet den Gast im Rheingold, der im März neu eröffneten Gastronomie in der Rheingoldhalle in Mainz. Unser Kunde, das junge Mainzer Team »kopfsache | Büro für Architektur und Design«, hat das Interieur gestaltet – inspiriert von der Lage, von der Architektur und dem ausgereiften gastronomischen Konzept der Betreiber. Mit von der Partie waren Dirk Vollbrecht - freiraum X und die Grafik-Agentur stylomat aus Wiesbaden.
Das Gebäude, unmittelbar am Rheinufer gelegen, wurde in den 70er Jahren zusammen mit dem Mainzer Rathaus vom dänischen Altmeister Arne Jacobsen als Ensemble entworfen. Die Veranstaltungs- und Kongresshalle wird über einen quadratischen zweigeschossigen Quader erschlossen. Der Kubus, wie das gesamte Gebäude denkmalgeschützt, bietet mit der Hälfte seiner Fläche, die Heimstatt für das Rheingold, das Restaurant, Café und Bar auf zwei Etagen unter einem Dach vereint.
»Der freie Blick auf den Rhein bis in den Taunus hinein, den man vom Rheingold aus genießen kann, ist einzigartig. Wasser, Bewegung, der Fluss – das waren daher auch die ersten Assoziationen, auf denen unser gestalterisches Grundkonzept basierte«, erinnert sich Thomas A. Klann gemeinsam mit seiner Büropartnerin Christine Russ. Überzeugend umgesetzt beispielsweise in der Deckengestaltung der zweiten Etage, die tagsüber als Café und abends als Restaurant genutzt wird: Wellenförmige Metallelemente, die die Fließrichtung des Wassers aufnehmen, zieren die Decke des nach 3 Seiten verglasten Raumes mit Panoramablick. Sie zitieren die umgebende Natur und verleihen dem gesamten Raum eine beschwingte, elegante Leichtigkeit.
Senkrechte, abgerundete Holzlamellen dienen an den großen Fensterfronten der Verschattung des Raumes und verhindern gleichzeitig den Einblick von der Terrasse, die im Sommer als Café genutzt wird. »Arne Jacobsen hatte großen Einfluss auf unsere Gestaltung. Wir haben verschieden runde Formen entwickelt, um damit die äußere Gestalt des Kubus zu kontrastieren – zugleich sind sie eine Bezugnahme auf den großen dänischen Architekten und Designer, dessen Architektur zwar von klaren rechteckigen Formen bestimmt ist, dessen Designobjekte allerdings – wie beispielsweise der Stuhl »Ameise« - häufig organische Formen aufweisen,« erläutert Thomas A. Klann.

Rund, schwungvoll und grazil bildet eine Lilie in unterschiedlicher »Ausprägung« ein weiteres durchgängiges Element, das sich von der Wandgestaltung, über ein Thekenbrett, der Bar-Rückwand bis hin zu den Speisekarten und dem Logo fortsetzt. Die Lilie bildet einen interessanten und wirkungsvollen Kontrapunkt zur äußeren Erscheinung des Gebäudes, einem grauen Monolithen. Ob dieses florale Element auch eine Referenz an den passionierten Botaniker Jacobsen bedeutet, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall trägt es unaufdringlich und doch prägnant zum geschlossenen Raumeindruck und zur Wohlfühlatmosphäre des Rheingold bei.
Die Ausstattung der oberen Etage mit quadratischen Teakholztischen und Stühlen ist klar, schlicht und lässt unterschiedliche Raumnutzungen zu. Warme Holztöne, ein schwarzer Bitu-Terrazzoboden® und ein abgerundeter Tresen erzeugen eine angenehme Atmosphäre, auch für Kinder - stylish aber nicht gestyled.
Einem weiteren »fließenden Element« begegnen wir im Übergang von der zweiten in die erste Etage, in der sich die Bar bzw. Lounge befindet. Ein abgestuftes Wandpaneel aus Holz nimmt erneut das Thema »Wasser« auf und entwickelt vor allem am Abend durch die in der Decke angebrachten Strahler eine interessante Licht- und Schattenwirkung, die die Gäste zu später Stunde gewissermaßen in die Bar lockt. Abgerundete Bänke um eine tragende Säule gruppiert, quadratische Sitzhocker – alles mit cremefarbenem Leder überzogen laden hier zum Chillen ein. Dominiert wird der Raum von vier Deckenelementen, die durch ihre Wölbung einen unendlichen Horizont ausbilden. Von LED-Elementen umrahmt, können Sie in verschiedenen Farben erstrahlen und so ganz unterschiedliche Raumwirkungen erzeugen. Die floralen Elemente der oberen Etage, ebenso wie der Terrazzo-Boden und der abgerundete Tresen finden sich im Barbereich wieder.

Wohlfühlatmosphäre pur – das ist dem jungen Büro »kopfsache« hier im Team mit den Betreibern gelungen – eine Mischung aus Modernität und Gemütlichkeit, die sich auch mit dem gastronomischen Konzept deckt: Leichte, aromatische und schmackhafte Kreationen aus der Küche, schnörkellos aber raffiniert – eine reichhaltige Tortenauswahl vom eigenen Konditor und eine beeindruckende Cocktailkarte, die neben Klassikern einige Überraschungen bereithält, machen zusammen mit dem gelungenen Ambiente einen Besuch im Rheingold absolut lohnenswert!
Thomas A. Klann war schon während des Studiums überzeugter Apple- und ARCHICAD-Anwender, so war es bei der Gründung des Büros kopfsache | Büro für Architektur und Design im Jahr 2001 klar, mit welcher Software gearbeitet wurde: mit ARCHICAD®.
Das Büro kopfsache | Büro für Architektur und Design
wird betreut von unserem Partner:
GRAPHISOFT Center Rhein-Main
zeit + raum
Alexander Maier
E-mail: info@graphisoft-rheinmain.de
München/ Mainz, Mai 2008
Fotos: Rheingold und
kopfsache | Büro für Architektur und Design
Text: Angelika Keitsch
Layout: FORM+ZEICHEN
www.graphisoft.de I www.graphisoft.at
kopfsache | Büro für Architektur und Design
Schulze-Delitzsch-Str. 2 I 55131 Mainz
www.kopfsachen.com


