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Architekturbüro LAI
Lanz Architekten und Generalplaner GmbH

Egal ob 1958 oder 2004: Zeit seines Bestehens steht das Architekturbüro Lanz Garant für qualitativ hochwertige Architektur. Jüngstes Highlight: Der Mathäser-Komplex in München.

Gegründet 1958: Das Büro Lanz ist betagter als die meisten Shooting-Stars der heutigen Architekturszene. Die Projekte sind es nicht. Anders als vielen Kollegen ist es Peter Lanz von Anfang an und immer wieder geglückt, Renommeeobjekte zu erschaffen. Sein Repertoire ist groß, reicht vom Einfamilienhaus über Geschosswohnungen bis hin zu Kindergärten. Zahlreiche Verwaltungs- und Kommunalbauten, aber auch Schulen, Ärztehäuser, Kinos und Autowerkstätten säumen die Liste der realisierten Gebäude.
Eines seiner jüngsten architektonischen Höhepunkte ist zum Beispiel die Daimler-Chrysler Niederlassung München, ein älteres ist die Ringer- und Judohalle auf dem Messegelände der bayerischen Landeshauptstadt. Die Sporthalle entstand anlässlich der Olympiade 1972: Ein 80/80 m großer, stützenfreier Raum, der später in eine zweigeschossige Messehalle mit 10.000 m2 Ausstellungsgebäude umgebaut wurde. Treppen und Aufzugstürme stellten die Fixpunkte des mit einer Leichtbaufassade aus Aluminiumfenstern und -kombipaneelen bekleideten Bauwerks dar. Seine Dachkonstruktion bestimmte ein außenliegendes Raumfachwerk aus Stahl mit untergehängter Bedachung. Dank dieses Kunstgriffes ließ sich die Wandhöhe mit Rücksicht auf die angrenzenden Häuser niedrig halten.

Das Restaurant Süd im Olympia-Gelände war ebenfalls eine Planung von Peter Lanz. Der Bauherr hatte für die Großgaststätte - ausgerichtet auf insgesamt 5.000 Personen - maximale Transparenz gefordert. Sie musste überschaubar sein und von außen einsehbar sowie dem Freibereich zugehörige Gastbereiche ausweisen. Die Entwurfsidee setzte das Münchner Planungsbüro in Stahlleichtbau um. Ein transluzentes Foliendach und ein Gastbereich mit transparenten Folienwänden gewährleisteten die geforderte Durchlässigkeit.

Gut 20 Jahre später entstand das Dienstleistungszentrum der Bayerischen Allianz in Unterföhring bei München. Das alte Betriebsgebäude war zu klein geworden und sollte durch einen Verwaltungskomplex erweitert werden. Die Architekten gestalteten die Baukörper so, dass sie sowohl auf die im Westen vorhandene kleinteilige Wohnbebauung Rücksicht nehmen, als auch das Gewerbegebiet im Osten und Süden weiterführen. Solarzellen, Regenwassernutzung, Wärmerückgewinnung und Einspeisung der Abwärme des Heizkraftwerkes Nord tragen zur Entlastung der Umwelt bei.

Die Daimler-Chrysler Niederlassung München, ein Verwaltungs- und Verkaufsgebäude inklusive Werkstätten, ist eines der jüngsten Hochhäuser der bayerischen Landeshauptstadt. Verteilten sich die einzelnen Bereiche des Autohauses am alten Firmensitz auf 60.000 m2 Fläche, komprimierte Lanz sie in seinem gigantischen Bauwerk auf 20.000 m2. Ein überdimensionales Glasregal an der Fassade stellt die besten Stücke im Mercedes Benz-Fuhrpark aus. Weitere Neu- und Gebrauchtwägen präsentiert der Bauherr in einer großen Halle. Mitarbeiter und Besucher parken auf in mehreren Geschossen untergebrachten Parkebenen. Die Büros machen sich im ellipsenförmigen Hochhausturm breit. Die Umsetzung dieser außergewöhnlichen geometrischen Struktur in gebaute Umwelt war eine der Hauptherausforderungen des Projekts.

Ohne CAD wäre dieses Unterfangen wohl kaum gelungen oder hätte zumindest einen gigantischen Planungsaufwand bedeutet. Schließlich mussten sämtliche ellipsenförmigen Flächen detailliert gezeichnet und maßgerecht abgenommen werden. Daher war das Planungsteam froh, auf ARCHICAD und seine Funktionen zurückgreifen zu können. »Wir arbeiten mittlerweile ausschließlich mit dieser Software«, informiert Joachim Bissinger, Architekt und Systemverantwortlicher im Büro Lanz. Früher habe die Mannschaft vom Büro Lanz - 14 CAD-Arbeitsplätze nutzt sie in München, neun in der Niederlassung in Berlin - auch mit anderen Programmen geplant, doch ARCHICAD habe sich am anwenderfreundlichsten herausgestellt. »Einsteiger erlernen das System relativ schnell. Zudem ist es in Münchner Raum sehr verbreitet«, betont Bissinger. Lediglich die ersten Striche eines neuen Entwurfs skizzieren die Kollegen noch auf dem Papier, danach steigen sie auf CAD um. Schon bei den frühesten Treffen mit Bauherrn und Projektanten warten sie mit Computerzeichnungen auf. Auch für 3D-Visualisierungen und Animationen greifen die Planer auf die mit ARCHICAD erstellten Datensätze zurück, bearbeiten Zeichnungen gegebenenfalls mit Photoshop und Cinema 4D nach.

Insbesondere Großbauten wie der 2003 eröffnete Mathäser-Komplex in München lassen sich heutzutage nicht mehr realisieren, ohne dass detaillierte Visualisierungen und Planzeichnungen das Projekt begleiten. In diesem Fall halfen sie, den Bauherrn und die zuständige Behörde der Stadt zu überzeugen. So hatte der Deutsche Herold, die Lebensversicherungs-AG der Zürich Group Europe, das alte »Mathäser« schon vor einigen Jahren mit der Absicht gekauft, auf dem Grundstück eine hochwertige Immobilie zu errichten. Doch erst nach intensiven Gesprächen mit der Stadt konnte der Bauherr endgültig die Art der Nutzung festlegen: ein Kino, eine Shopping-Mall sowie Büros.

Trotz der hervorragenden Lage im Zentrum Münchens dauerte es eine Weile, bis sich ein Kinobetreiber fand, der das riesige Entertainment-Center übernehmen wollte. Sein eingesetztes Kapital: 14 Kinosäle mit 4500 Plätzen. Sein Lohn: Seit Jahreswechsel gilt das neue Multiplexkino als das meistbesuchte in Deutschland.

Im Erdgeschoss des Neubaus haben sich eine Brasserie und ein Eiskaffee angesiedelt. Außerdem teilen sich diverse Geschäfte die im Parterre und 1. Untergeschoss gelegene Shopping Mall. Über Verbindungstüren erreichen Konsumenten trockenen Fußes das Stachus- Untergeschoss sowie das nebenan gelegene Kaufhaus, den Kaufhof.
Im 2. Untergeschoss befinden sich eine Tiefgarage und Technikräume. Den ruhigen, ebenerdigen Innenhof des Gebäudes belegt ein kleiner Biergarten. »Und ruhig ist es hier wirklich«, freut sich Eckhard Stückemann, Architekt und Projektleiter des Mathäser- Komplexes. »Dank ausgeklügelter Bautechnik konnte der Schallpegel so niedrig gehalten werden, dass sich kein Anwohner vom Biergartenlärm gestört fühlt.« Im 1. Obergeschoss zog eine Bar ein. Die restlichen Flächen gliedern sich in Büro- und Verwaltungsräume. Das 6. Geschoss – mit Blick aus einem verglasten Erker direkt über den Stachus – nutzt eine Augenklinik. Nur für Mieter zugänglich ist ein weiteres Highlight des Gebäudes: Das als Park angelegte, begrünte Dach.

Unübersehbar für alle Passanten präsentiert sich hingegen die quadratische Medienwand über dem Haupteingang des Mathäser-Komplexes. Der Kinobetreiber wirbt auf der 8/8 m großen Leuchtdiodenfläche. Die äußere Hülle dieser Projektionswand stellt eine circa 1.000 m2 große, leicht über Kopf geneigte Glashaut. Sie setzt sich aus 8 m2 großen, jeweils an vier Punkten gehaltenen Sicherheitsglasscheiben zusammen.
In den oberen Geschossen ließen die Planer vor die innere, geschlossene Fassadenhaut hochwertiges Edelstahlgewebe vor schwarzem Untergrund spannen.

Über eine in die Konstruktion eingearbeitete und per Computer gesteuerte Lichtleiste können die Nutzer des neuen Mathäsers verschiedene Lichtszenarien auf die Außenwand werfen.

Die ausgeklügelte Bautechnik des modernen Ensembles bietet jedoch noch weitere Vorteile:
Die zur Bayerstraße ausgerichteten Büroebenen mit ihren raumhohen Fensterbändern erhalten durch die zweischalige Fassaden-Konstruktion optimalen Schallschutz. So können die Mitarbeiter bei geöffnetem Fenster arbeiten, ohne dass der Straßenlärm stört. Zusätzlich sind alle Büros klimatisiert beziehungsweise Kälteleitungen so vorgerichtet, dass jederzeit Klimageräte an den Decken montiert werden können. Sämtliche Brüstungen der Bürofassaden liegen auf Schreibtischhöhe. Während die Unterlichter der Fenster fest verglast sind, schweben die Oberlichter beim Öffnen über die Computerbildschirme hinweg.
Das Fenster zur Stadt, so nennen die Architekten einen weiteren Glanzpunkt der zur Bayerstraße gerichteten Fassade:
einen Erker, in dem Boden, Decke, Front- und Seitenwände aus Glas bestehen.

Die Glasfront im Innenhof des Biergartens stellt eine beheizte Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die rückwärtige Fassade an der Schlosserstraße kennzeichnen hohe Stahlstützen mit eingehängten Streckgitter-Wandschirmen. Dazwischen blitzen die Ausgänge der gestaffelten Einzelkinos hervor, stellen sich Fluchttreppen aus Stahl in Szene.

Hinter diesem Wechselspiel aus verschiedenen Fassadenarten gibt sich der Mathäser betont einfach: Fast die gesamte Tragstruktur basiert auf Stahlbeton. Das 2. Untergeschoss ist als weiße Wanne errichtet. Viele Wände und Stützen im Kinotrakt kommen in Sichtbetonqualität daher. Darüber hinaus bestimmen Glas- und Edelstahl das Bild des neuen Centers: zum Beispiel in Form von innenliegenden Balkonen und Treppen mit durchscheinenden Trittstufen. Überall funkeln Wandverkleidungen aus Edelstahlgewebe. Die Raumkanten der Bildwärterräume ließen die Planer rot streichen und mit durchgewobenem Edelstahlgewebe aus Rundstäben verkleiden. Je nach Blickwinkel schimmert das Rot der Wand mehr oder weniger stark durch, oder verleugnet sich gar ganz. Unter der Rohdecke des Kinofoyers hängt ein in Kassettenform gegliedertes Streckgitter.

Vorteil dieser Verkleidung: Sprinkler und Lüftungsauslässe konnten oberhalb dieser Decke angeordnet werden, ohne dass die Optik dadurch gestört wird.

Besondere Ansprüche an die Konstruktion erforderte auch das Kinocenter. Um die hohen Dezibelzahlen, die während Filmvorführungen erreicht werden, aufzufangen, mussten alle Säle nach THXNorm in Studioqualität konzipiert werden. Die Sitzreihen stehen auf akustisch vom Untergrund getrennten Winkelstufen. Zwei- und dreilagig beplankte, federnd abgehängte Gipskarton- Vorsatzschalen stoppen den Schall an Wänden und Decken. Oberhalb der extrem großen Kinos mussten zudem die tragenden Deckenkonstruktionen besonders detailliert werden, um zu große Durchbiegungen in den darüber liegenden Büroetagen zu verhindern:
Die Decke über dem 950 Sitzplätze fassenden Kino 6 ließen die Architekten aufgrund der erforderlichen großen Spannweite als Stahlfachwerk ausbilden. Die höchsten Stahlfachwerkträger reichen mit der Unterkante bis ca. 2,00 m unter die zu tragende Kinodecke und mit der Oberkante bis ca. 3,00 m über diese, wobei sie geschickt in Wände im dortigen Bürobereich integriert sind. Den Büronutzern bleibt dieser Kunstgriff verborgen. Sie sehen nur das, wofür sie als Mieter bezahlen: Ein exklusives Büroambiente in einem exklusiven Gebäude. Errichtet von einem der renommiertesten Architekturbüros München: Die LAI Lanz Architekten und Generalplaner GmbH.

Autor: Christine Ryll

Lanz Architekten + Generalplaner
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