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Das Massaro-Haus

Historischer Entwurf von Frank Lloyd Wright mit ARCHICAD zum Leben erweckt

Das Massaro-Haus

Bei dem Gebäude auf der ARCHICAD 11 Verpackung handelt es ich um einen Entwurf von Frank Lloyd Wright. Wo aber liegt die Verbindung zwischen dem Massaro-Haus und ARCHICAD? Die Geschichte eines beinahe verschollenen Entwurfs und seiner späten Realisierung:

Wright hatte das Privathaus 1950 mit über achtzig Jahren skizziert. Dass es 50 Jahre später realisiert wurde, war eher ein Zufall. Joe und Barbara Massaro hatten nach dem Kauf einer Insel im Mahopac-See im Bundesstaat New York die Pläne des Meisters der organischen Architektur beim früheren Grundstücksbesitzer entdeckt. Sie waren entschlossen, die Entwürfe Wrights umzusetzen und das Haus genau an der Stelle zu realisieren, die Wright bei seinen Entwürfen inspiriert hatte: einem dicht am Wasser gelegenen Felsvorsprung, 20 Meter lang in der Form eines Walfisches mit einer Grundfläche von circa 460 Quadratmetern. Mit dem Bauvorhaben wandten sie sich an den Chicagoer Architekten Thomas A. Heinz, einem ausgewiesenen Wright-Spezialisten. Dabei war die Materiallage, auf die Heinz zurückgreifen konnte, nicht ganz unproblematisch: Die Bleistiftzeichnungen Wrights im Achtelzollmaßstab umfassten lediglich einen Grundriss, einen Querschnitt und drei Aufrisse. Es gab weder Notizen noch Materialangaben noch Konstruktionsdetails. Folgen die meisten Entwürfe Wrights einem rechteckigen bzw. quadratischen Raster, so basierte das Inselhaus auf einem komplizierten Raster von gleichwinkligen Dreiecken.

Das Massaro-Haus

Ortsbegehung, die Sichtung des Briefwechsels zwischen Wright und dem ursprünglichen Bauherren sowie das Studium anderer Gebäude des Architekten, die zwischen 1947 und 1953 nach einem dreieckigen Raster entworfen worden waren, standen am Anfang des Projektes. Dabei betont Heinz, dass seine Arbeit keinerlei gestalterische Freiräume zugelassen habe, denn nicht seine Interpretation des Gebäudes, sondern einzig und allein die Pläne Wrights sollten realisiert werden. »Beim Entwerfen eines Gebäudes betrachte ich es als Ganzes, weil ich es bereits im Kopf habe, bevor ich es zu Papier bringe. In diesem Fall musste ich aber zuerst die Absicht Frank Lloyd Wrights verstehen. Hier halfen mir ARCHICAD und mein Mac, indem sie mir alles über das Gebäude erzählten«, erinnert sich Heinz. Er folgte den Plänen Wrights akribisch und baute auf ihrer Grundlage ein Virtuelles Gebäudemodell, das ihm ermöglichte, die gestalterischen Absichten Wrights zu verstehen und sie in der Folge authentisch umzusetzen. Dabei bewährte sich ARCHICAD in allen Projektphasen vom Entwurf- über die Ausführungsplanung bis hin zur Bauausführung. Unverzichtbar war die CAD-Software beispielsweise bei der Kommunikation mit allen Projektbeteiligten. »Ein Aufriss oder Grundriss ist eine flache, zweidimensionale Zeichnung. Da gibt es nur Minimalinformationen. Wie stellt man aber die relative Position dreier von einander getrennter Wände mit unterschiedlicher Höhe dar? Die 3D-Funktionalität von ARCHICAD ermöglichte mir, den Entwurf aus verschiedenen Perspektiven für den Bauherrn, den Bauunternehmer und die Baubehörden verständlich darzustellen. Die Kommunikation war somit viel einfacher, weil wir uns alle auf dem gleichen Informationsstand befanden«, so Heinz. Seien es die unterschiedlichen Wandmaterialien oder die Koordination der Grund- und Aufrisse: die Erfassung sämtlicher Bauanforderungen verlief problemlos. Während Heinz virtuell Wände hochzog, Fußböden verlegte und Dächer deckte, benutzte er die Modellierungsfunktion von ARCHICAD, um alle Konstruktionsdaten in einer zentralen Datenbank abzulegen. »Ich musste mir auch keine Sorgen um die Konsistenz der Ausführungspläne machen, da ARCHICAD auch kleinste Änderungen direkt in die Datenbank übertrug,« sagt Heinz. »Es war sehr einfach, von den ARCHICAD-Zeichnungen Aus– führungspläne abzuleiten, denn die Datenbank speichert immer den aktuellen Stand der Pläne. Die beim Bauamt vorzulegenden Zeichnungen konnte ich zum Teil mit einem einfachen Mausklick ausdrucken.« Darüber hinaus setzte Heinz auf die Farbwerkzeuge von ARCHICAD, um die Baubehörden und das ausführende Unternehmen auf Besonderheiten des Projektes hinzuweisen. Schon lange war der Architekt des Arbeitens in Schwarz-Weiß überdrüssig. »Schwarz-Weiß ist gut für Comics. Mit Farbe kann ich kritische Teile und Maße hervorheben, damit jeder erkennt, was er vor Augen hat. Farbe ermöglicht auch die Unterscheidung zwischen einer vorhandenen, einer gefliesten und einer Trockenbauwand. Alles ist viel eindeutiger.« Anstelle der traditionellen Schraffierungen und Dreiecke setzte Heinz die ARCHICAD-Symbolbibliothek für Baustoffe und Montageelemente ein, was zu einer maßgeblichen Verbesserung und Übersichtlichkeit der Zeichnungen beitrug.

»Mit ARCHICAD ist es sogar möglich, eigene Symbole zu entwerfen. Die Anpassung eines Symbols für eine energiefreundliche Steinmauer dauerte nicht einmal 20 Minuten. Hätte ich von Hand alles radieren und neu zeichnen müssen, so hätte dies Stunden gedauert.« Im Oktober 2005 kamen mehr als 120 Architekten, Architekturstudenten und Frank-Lloyd-Wright-Fans zur Insel, um die Bauarbeiten zu besichtigen. Mit klickenden Fotoapparaten gingen die Besucher von Raum zu Raum und entdeckten die IMAX-reifen Sichtachsen eines Gebäudes, das den Eindruck erweckte, als hätte Frank Lloyd Wright es gerade verlassen. Dicht am Ufer gebaut und über dem Wasserspiegel schwebend mit seiner organischen Gestaltung bezeugt das Massaro- Haus die spezifische Qualität der Architektur des Altmeisters. Als Heinz zum ersten Mal unter dem sechseckigen, fast 150- Quadratmeter-großen Glassdach der Eingangshalle stand, hatte er ein eindeutiges Déja-vu-Erlebnis: »Ich hatte es schon vorher mit ARCHICAD in 3D genauso gesehen. Plötzlich war es da — in der realen Welt.«

Anfangs stand Heinz der CAD-Software noch ablehnend gegenüber; seit einigen Jahren allerdings arbeitet er computergestützt. »Ein Jahr lang habe ich mich mit Architektursoftware befasst, um die Vor- und Nachteile dieser Technik zu erkunden. Ich war auf der Suche nach einer Software, die wie mein Gehirn – nämlich dreidimensional - arbeitet. ARCHICAD erwies sich als perfekte Lösung und ist aus meinem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.«

Quelle:
www.apple.com/pro/profiles/heinz
Thomas A. Heinz - No Place Like (This) Home - by Barbara Gibson

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